Für medizinisches Fachpersonal. Die Angaben ersetzen nicht die ärztliche Beurteilung im Einzelfall; maßgeblich sind die aktuelle Fachinformation und die genannten Leitlinien.
Ärztlich geprüft: Dr. med. univ. Daniel Pehböck, DESA, 01.11.2026
Sofort: Keine Reaktion + keine normale Atmung → 5 initiale Beatmungen, dann 15 : 2.
Kinder-Notfalltabelle für Gewicht, Tubus und Dosierungen: siehe Kapitel Kinder-Notfalltabelle.
Thoraxkompressionen
Parameter
Säugling (< 1 J.)
Kind (1 J. bis Pubertät)
Technik
2-Daumen-Technik (umgreifend)
1 oder 2 Hände
Druckpunkt
untere Sternumhälfte
untere Sternumhälfte
Tiefe
mind. ⅓ des Thoraxdurchmessers (a.–p.)
mind. ⅓ des Thoraxdurchmessers; Jugendliche 5–6 cm; nie > 6 cm
Frequenz
100–120 /min
100–120 /min
Verhältnis
15 : 2
15 : 2
Pausen / Wechsel
< 5 s; Kompressionshelfer spätestens alle 2 min
< 5 s; Kompressionshelfer spätestens alle 2 min
Ablauf
Schockbar (VF / pulslose VT)
Nicht schockbar (Asystolie / PEA / Bradykardie mit Minderperfusion)
Defibrillation
4 J/kg (dabei nicht über die Erwachsenendosis, 120–200 J je nach Gerät), sofort weiter CPR; refraktär (nach 5 erfolglosen Schocks): stufenweise bis 8 J/kg, max. 360 J
–
Adrenalin 10 µg/kg (max. 1 mg)
nach dem 3. Schock, dann alle 4 min (2. Gabe nach dem 5. Schock)
so früh wie möglich (innerhalb von 3 min), dann alle 4 min
Amiodaron 5 mg/kg
nach dem 3. Schock (max. 300 mg), 2. Gabe nach dem 5. Schock (max. 150 mg)
max. 1 mg · alle 4 min (jeder 2. Zyklus) · 0,1 mg/ml (1 mg ad 10 ml NaCl 0,9 %)
10 µg/kg = 0,1 ml/kg der Verdünnung 0,1 mg/ml. Nicht schockbarer Rhythmus – so früh wie möglich (innerhalb von 3 min). Schockbarer Rhythmus – nach dem 3. und 5. Schock, danach alle 4 min.
max. 300 mg · nach dem 3. Schock (2. Gabe 5 mg/kg, max. 150 mg, nach dem 5. Schock) · 50 mg/ml (3 ml = 150 mg)
AT: i.v.-Präparat Amiodaron 50 mg/ml (Fachinformation Stand 12/2021) enthält Benzylalkohol (60,6 mg pro Ampulle) – i.v. bei Früh- und Neugeborenen, Säuglingen und Kindern bis 3 J. kontraindiziert; unter 18 J. keine offizielle Dosierungsempfehlung (Abschnitt 5.1 nennt nur Studiendosen). DE: Benzylalkohol-Gegenanzeige bis 3 J. laut Fachinformation (Amiodaron-Präparat enthält ebenfalls Benzylalkohol); eine DE-Fachinformation nimmt die Reanimation bei defibrillationsresistentem Kammerflimmern ausdrücklich davon aus. Präparat prüfen. Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei Kindern laut DE-Fachinformationen nicht nachgewiesen – ERC-Dosis off-label.
Bradykardie < 60/min mit Zeichen der Minderperfusion trotz adäquater Oxygenierung und Beatmung wird wie ein
Kreislaufstillstand behandelt: Thoraxkompressionen beginnen – auch wenn noch ein Puls tastbar ist (ERC 2025).
Weitere Maßnahmen
Gefäßzugang i. v. oder i. o. – i. o. sofort, wenn i. v. schwierig erscheint oder misslingt; nicht durch wiederholte
Venenpunktionsversuche verzögern.
Volumen bei Verdacht auf Hypovolämie: 10 ml/kg balancierte Kristalloidlösung, nach Reevaluation wiederholen.
Reversible Ursachen (4 H / HITS) wie bei Erwachsenen – bei Kindern meist respiratorisch (Hypoxie) oder
Kreislaufversagen (Schock).