Sofort: Keine Reaktion → Team/Notruf alarmieren, Defibrillator holen lassen. Keine normale Atmung → Herzdruckmassage 30 : 2 beginnen. Pausen so kurz wie möglich.
Qualität der Thoraxkompressionen
| Parameter | Zielwert |
|---|---|
| Druckpunkt | Mitte des Brustkorbs (untere Sternumhälfte) |
| Tiefe | 5–6 cm |
| Frequenz | 100–120 /min |
| Entlastung | vollständig, Hände bleiben am Thorax |
| Verhältnis | 30 : 2 – mit Tubus oder SGA kontinuierlich + 10 Beatmungen/min (SGA mit Leck: zurück zu 30 : 2) |
| Pause vor Schock | so kurz wie möglich (< 5 s), während des Ladens weiterdrücken |
| Helferwechsel | alle 2 min (bei jeder Rhythmusanalyse) |
Ablauf – 2-Minuten-Zyklen
| Schockbar (VF / pulslose VT) | Nicht schockbar (Asystolie / PEA) | |
|---|---|---|
| Rhythmusanalyse | alle 2 min | alle 2 min |
| Defibrillation | 1 Schock, sofort weiter CPR | – |
| Adrenalin 1 mg | nach dem 3. Schock, dann alle 3–5 min | so früh wie möglich, dann alle 3–5 min |
| Amiodaron | 300 mg nach dem 3. Schock, 150 mg nach dem 5. Schock (Alternative: Lidocain 100 mg / 50 mg) | – |
Die Amiodaron-Gaben richten sich nach der Gesamtzahl der Schocks (3 bzw. 5) – gleich, ob das Kammerflimmern anhält oder wiederkehrt.
Wird der Kreislaufstillstand am Monitor beobachtet (z. B. Herzkatheterlabor) und ist der Defibrillator sofort verfügbar, können bei initialem VF/pVT bis zu drei Schocks in rascher Folge abgegeben werden. Für den Zeitpunkt von Adrenalin und Amiodaron zählt diese Dreierserie als ein Schock.
- 1 mg i.v./i.o.[1]alle 3–5 min · 0,1 mg/ml (1 mg ad 10 ml NaCl 0,9 %) · = 10 ml
Verdünnt geben: 1 ml Adrenalin 1 mg/ml + 9 ml NaCl 0,9 % = 10 ml (0,1 mg/ml) – 1 mg = 10 ml, danach mit NaCl 0,9 % nachspülen (Fachinformation). Fertigspritzen 1 mg/10 ml ebenso. Nicht schockbarer Rhythmus – so früh wie möglich. Schockbarer Rhythmus – nach dem 3. Schock.
- 300 mg i.v./i.o.[1]nach dem 3. Schock · 50 mg/ml (3 ml = 150 mg) · = 6 ml
- 150 mg i.v./i.o.[1]nach dem 5. Schock · 50 mg/ml (3 ml = 150 mg) · = 3 ml
Maßgeblich ist die Gesamtzahl der Schocks (anhaltendes oder wiederkehrendes VF). Drei Serienschocks beim beobachteten und am Monitor überwachten Stillstand zählen als ein Schock.
Defibrillation
- Biphasisch (rectilinear bzw. truncated exponential): 1. Schock mindestens 150 J.
- Gepulst biphasisch: 1. Schock 130–150 J (laut ERC 2025 idealerweise auch hier mindestens 150 J, da die Kurvenform am Gerät meist nicht gekennzeichnet ist – Herstellerangabe auf dem Gerät beachten).
- Bleibt der Schock erfolglos und das Gerät erlaubt es: Energie für Folgeschocks steigern. Empfohlene Geräteeinstellung unbekannt: höchste Energie für alle Schocks.
- Refraktäres Kammerflimmern (anhaltend nach 3 Schocks): korrekte Pad-Lage prüfen, maximale Energie wählen, dann Vektorwechsel erwägen (Pads anterior–posterior).
- Doppelte sequenzielle Defibrillation (zweites Gerät, a.–l. + a.–p.): laut ERC 2025 nicht routinemäßig – praktische Probleme mit zwei Geräten, begrenzte Evidenz, Studien laufen. Vorrang haben Pad-Kontrolle und Vektorwechsel; ILCOR 2025 hält sie nach ≥ 3 Schocks für erwägbar (schwache Empfehlung, geringe Evidenz) – kein Standardverfahren.
Zugang und Atemweg
- Intravenöser Zugang zuerst; intraossär, wenn i. v. nicht rasch (innerhalb von 2 Versuchen) gelingt.
- Atemweg stufenweise: Beutel-Maske → supraglottischer Atemweg (i-gel bevorzugt) oder Intubation – Intubation nur mit hoher Erfolgsrate (> 95 % in ≤ 2 Versuchen) und Kompressionspause < 5 s.
- Kapnographie (Kurve) obligat: Tubuslage, Qualität der Kompressionen, plötzlicher etCO₂-Anstieg als Hinweis auf ROSC (Kompressionen nicht allein deshalb unterbrechen – nur zusammen mit weiteren Zeichen wie Bewusstsein, gezielten Bewegungen, arterieller Druckkurve). Ein niedriges etCO₂ allein ist kein Abbruchkriterium.
- Während der Reanimation höchstmögliche Sauerstoffkonzentration.
Reversible Ursachen – „4 H und HITS“
| 4 H | HITS |
|---|---|
| Hypoxie | Herzbeuteltamponade |
| Hypovolämie | Intoxikation |
| Hypo-/Hyperkaliämie, metabolisch | Thrombose (koronar, pulmonal) |
| Hypo-/Hyperthermie | Spannungspneumothorax |
Point-of-Care-Ultraschall zur Ursachensuche nur durch Geübte und ohne zusätzliche Pausen. eCPR als Rettungsmaßnahme bei ausgewählten Patient:innen erwägen, wenn konventionelle Maßnahmen versagen und ein System verfügbar ist – frühzeitig daran denken.
Nach ROSC – Zielwerte
| Bereich | Ziel |
|---|---|
| Oxygenierung | SpO₂ 94–98 % (sobald zuverlässig messbar); Hypoxämie und Hyperoxämie vermeiden |
| Ventilation | Normokapnie (PaCO₂ 35–45 mmHg) |
| Kreislauf | systolisch > 100 mmHg bzw. MAP > 60–65 mmHg |
| Temperatur | Fieber aktiv vermeiden: ≤ 37,5 °C für mind. 72 h bei weiterhin komatösen Patient:innen |
| Diagnostik | 12-Kanal-EKG (bei Bedarf wiederholen); bei persistierender ST-Hebung notfallmäßige Koronarangiographie (ggf. PCI) |